Glasow/Mahlow, Prießnitz-Haus

Eigentlich wollte ich nur wissen, in welcher Art medizinischer Einrichtung mein Großvater gestorben war und suchte im Internet nach Hinweisen auf das Prießnitz-Haus in Mahlow. Dabei stieß ich auf die Dissertationsschrift von Thomas Rowe mit dem Titel „Vorgeschichte und Geschiche des Prießnitz-Hauses in Mahlow und dessen Bedeutung als Naturkrankenhaus in Deutschland seit Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des zweiten Weltkriegs“ aus dem Jahre 1998.

Im Zeitraum 1934 bis 1942 stand das Prießnitz-Haus unter der Leitung von Dr. Fritz Hube. Er empfahl die Anwendung eines Grundmusters bei verschiedenartigen Krankheitsbildern:
– Stärkung des gesamten Organismus und Aktivierung der Selbstheilungskräfte
– Gesamtorganismische Anregung mit unterschiedlichen Methoden (Brausen, Bewegung, etc)
– möglichst intensive Licht- und Luftexposition, viel Bewegung an frischer Luft
– Verdauungsanregung und Förderung der Ausscheidung schädlicher Stoffe
– Schlackenabbau durch vorwiegend vegetarische Kost mit hohem Rohkostanteil
(Diss. Th. Rowe, S. 58)

Etwa 20 Prozent der Patienten in diesem Zeitraum litten an Herz- und Gefäßleiden, einschließlich Blutkrankheiten. Das Krankheitsbild meines Großvaters, das zur Aufnahme in das Prießnitz-Haus führte, kenne ich nicht. Ich finde es aber interessant, wie vor nunmehr 80 Jahren versucht wurde, diesen Patienten zu helfen.

Das Prießnitz-Haus wurde im Dezember 1996 geschlossen. In der Dissertationsschrift findet sich in Anmerkung 32 (Seite 76) folgender Hinweis: „Vormals auf dem Dachboden des Prießnitz-Hauses eingelagerte alte Krankenakten wurden nach Schließung der Anstalt in das u.a. für Mahlow, Teltow und den ehemaligen Kreis Zossen zuständige Kreisarchiv Teltow-Fläming nach Ludwigsfelde gebracht (bis auf weiteres Kistenlagerung).“ – Vielleicht wurde dieses Archivgut inzwischen erschlossen. Einen Versuch, Einsicht in die Krankenakte zu erhalten, werde ich unternehmen …