{"id":1064,"date":"2013-08-11T22:12:46","date_gmt":"2013-08-11T20:12:46","guid":{"rendered":"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/?page_id=1064"},"modified":"2013-10-22T10:26:12","modified_gmt":"2013-10-22T08:26:12","slug":"haulandereien-um-opalenica","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/genblog.dl5sel.de\/?page_id=1064","title":{"rendered":"Das Troszczyner Hauland"},"content":{"rendered":"<p>Trotz aller Bem\u00fchungen, die Herkunft von Andreas Fogiel (Vogel), Joannis Fogiel, Georg Halamski und einiger anderer Siedler aus der Umgebung von Opalenica zu kl\u00e4ren, ist dies bisher nicht gelungen. Es bleibt also nur, ausgehend von einer intensiven Literaturrecherche, der Versuch, die Entstehung des Troszczyner Haulandes in der Umgebung von Opalenica nachzuvollziehen. Dabei k\u00f6nnte vieles gegenw\u00e4rtig als Spekulation abgetan werden, weil die schriftlichen Beweise fehlen. Allerdings werden wir ohne eine fundierte &#8222;Arbeitstheorie&#8220; immer nur die &#8222;Nadel im Heuhaufen&#8220; suchen.<\/p>\n<p>Ich gehe bei meinem derzeitigen Kenntnisstand davon aus, dass die Ansiedlung der deutschen Kolonisten in der Umgebung von Opalenica urspr\u00fcnglich auf die Initiative der Familie Opalinski zur\u00fcckgeht, in deren Eigentum sich Stadt und Umgebung von 1445 bis 1775 befanden. Das Dorf Troszczyn wurde wahrscheinlich als Hauland um 1750 neu gegr\u00fcndet. In den Kirchenb\u00fcchern von Opalenica findet sich der erste Taufeintrag f\u00fcr Troszczyn mit Datum vom 23. April 1753. Getauft wurde Marianna, Tochter des Ehepaares Martin Zay und Barbara, einer der Taufpaten war Joannes Wolf.<\/p>\n<p>Ko\u00dfmann beschreibt in \/1\/ auf der Grundlage und am Beispiel von Ansiedlungsvertr\u00e4gen f\u00fcr Haul\u00e4ndereien im Raum Lodz, wie derartige Ansiedlungen wahrscheinlich vor sich gingen:<br \/>\n&#8211; Die Ansiedlung durfte nur auf Boden erfolgen, der unbesetzt und unbewirtschaftet war.<br \/>\n&#8211; Die Siedler mussten frei sein. Damit schieden die leibeigenen polnischen Bauern faktisch aus.<br \/>\n&#8211; Gegen Zahlung eines &#8222;Antritts- oder Grundgeldes&#8220; wurde dem Siedler eine Hufe Land zugewiesen. 1 Hufe entspricht dabei 30 Morgen bzw. rund 18 ha. Die durch den Siedler zu zahlende Summe betrug etwa 2 Goldgulden, um 1750 entsprachen dem 8\u00a0 polnische Zloty oder 240 polnische Groschen.<br \/>\n&#8211; Vorzugsweise sollten die Siedler katholischen Glaubens sein.<\/p>\n<p>In Anbetracht des aus meiner Sicht erheblichen &#8222;Grundgeldes&#8220; mussten die Siedler in ihrer urspr\u00fcnglichen Heimat schwerwiegenden &#8222;Repressalien&#8220; ausgesetzt sein, um das Risiko eines derartigen Neuanfanges au\u00dferhalb des &#8222;Heiligen R\u00f6mischen Reiches Deutscher Nation&#8220; auf sich zu nehmen. Es steht f\u00fcr mich auch au\u00dfer Zweifel, dass einem solchen Entschluss umfangreiche Werbeversuche von Beauftragten der Familie Opalinski vorausgegangen sein d\u00fcrften. Ob der Beauftragte als &#8222;Belohnung&#8220; daf\u00fcr bereits als Dorfschulze eingesetzt worden war, ist durchaus denkbar.<\/p>\n<p>Als urspr\u00fcngliche Heimat der Siedler mit katholischer Konfession kommen wahrscheinlich vor allem Schlesien und B\u00f6hmen in Betracht. Beide Gebiete waren durch den <a title=\"Wikipedia: Erster Schlesischer Krieg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erster_Schlesischer_Krieg\" target=\"_blank\">1. Schlesischen Krieg (1740 &#8211; 1742)<\/a> sowie den <a title=\"Wikipedia: Siebenj\u00e4hriger Krieg\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siebenj%C3%A4hriger_Krieg#Sachsen.2FB.C3.B6hmen\" target=\"_blank\">Siebenj\u00e4hrigen Krieg (1756 &#8211; 1763)<\/a> nicht nur wirtschaftlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Durch die Angliederung Schlesiens an Preu\u00dfen sahen sich m\u00f6glicherweise auch die Gl\u00e4ubigen der katholischen Konfession einem erh\u00f6hten Druck ausgesetzt.<\/p>\n<p>Walter Maas gibt in \/8\/ einen weiteren interessanten Hinweis: Nach dem Ausbruch der Pest im Jahre 1709 im Posener Gebiet ver\u00f6deten viele der zur Stadtk\u00e4mmerei Posen geh\u00f6renden D\u00f6rfer. F\u00fcr den streng katholischen Magistrat der Bischofsstadt Posen kamen jedoch nur katholische Siedler in Betracht, die man aus Franken, aus der Gegend von Bamberg und Sche\u00dflitz holte. Die Ansiedlung dauerte im Minimum etwa 50 Jahre, laut Maas &#8222;ein Menschenalter&#8220;. In diesem Zusammenhang k\u00f6nnte auch die Schrift von Max B\u00e4r \/10\/ weitere Hinweise enthalten. Es w\u00e4re zu kl\u00e4ren, ob in der Umgebung von Opalenica auch katholische Siedler aus Franken als Zinsbauern angesetzt wurden &#8230;<br \/>\nEin sehr interessanter Text zu den &#8222;Bamberger D\u00f6rfern&#8220; in der N\u00e4he von Posen findet sich unter der Webadresse <a title=\"extern: Historisches Franken\" href=\"http:\/\/www.historisches-franken.de\/auswanderer2\/index.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/www.historisches-franken.de\/auswanderer2\/index.htm<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Siedler waren sicher auch einige &#8222;logistische&#8220; Probleme zu l\u00f6sen. Es musste nicht nur Werkzeug am Siedlungsort zur Verf\u00fcgung stehen, Verpflegung und Unterkunft mussten ebenfalls gekl\u00e4rt werden. Die Siedler werden wahrscheinlich keine Einzelpersonen gewesen sein. Ich sollte vielleicht davon ausgehen, dass Geschwister gemeinsam diese Herausforderung annahmen. Das w\u00fcrde das Auftreten mehrerer Personen mit gemeinsamem Familiennamen zum etwa gleichen Zeitpunkt plausibel erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Auf folgende Literaturquellen wird Bezug genommen:<br \/>\n\/1\/ Ko\u00dfmann, Eugen Oskar: Die Anf\u00e4nge des Deutschtums im Litzmannst\u00e4dter Raum. Holl\u00e4nder- und Schwabensiedlung im \u00f6stlichen Wartheland. Verlag von S. Hirzel, Leipzig, 1942<br \/>\n\/2\/ : Maas, Walter: Mittelpolnische &#8218;Haul\u00e4ndereien&#8216;. in: Deutsche Wissenschaftliche Zeitschrift in Polen, herausgegeben durch Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Kunst und Wissenschaft (Bromberg) &#8211; Heft 36, S. 39 &#8211; 61, Poznan, 1939<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.upstreamvistula.org\/Publications\/Pub_Item.php?pub_id=1068&amp;searchstring=&amp;todisp=&amp;from_rec=101&amp;to_rec=110\" target=\"_blank\">http:\/\/www.upstreamvistula.org\/Publications\/Pub_Item.php?pub_id=1068&amp;searchstring=&amp;todisp=&amp;from_rec=101&amp;to_rec=110<\/a><br \/>\n\/3\/ Maas, Walter: Die Posener Haul\u00e4ndereien. Posen: Verlag der historischen Gesellschaft fu\u0308r Posen, 1938.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.worldcat.org\/title\/posener-haulandereien\/oclc\/459785958?referer=di&amp;ht=edition\" target=\"_blank\">http:\/\/www.worldcat.org\/title\/posener-haulandereien\/oclc\/459785958?referer=di&amp;ht=edition<\/a><br \/>\n\/4\/ Breyer, Alfred: Kgl. Best\u00e4tigungsurkunde f\u00fcr einen &#8222;Holl\u00e4nder&#8220; auf der Troschiner K\u00e4mpe 1778. in: Deutsche wissenschaftliche Zeitschrift in Polen, 1936, Heft 31, S. 228<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kerntopf.com\/dobrin\/literatur\/i_dwzp.htm#oben\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kerntopf.com\/dobrin\/literatur\/i_dwzp.htm#oben<\/a><br \/>\n\/5\/ Homepage von Uwe Kerntopf: <a href=\"http:\/\/www.kerntopf.com\/dobrin\/index.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/www.kerntopf.com\/dobrin\/index.htm<\/a><br \/>\n\/6\/ Homepage von Gudrun Tabbert: <a title=\"Tomischler Hauland\" href=\"http:\/\/hauland.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/hauland.de\/<\/a><br \/>\n\/7\/ Geschichte der evangelischen Parochien in der Provin Posen<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.wbc.poznan.pl\/dlibra\/docmetadata?id=127733&amp;from=&amp;dirids=1&amp;ver_id=&amp;lp=14&amp;QI=FBAB319652D57E0D6F3D4A6BABD5B004-3\" target=\"_blank\">http:\/\/www.wbc.poznan.pl\/dlibra\/docmetadata?id=127733&amp;from=&amp;dirids=1&amp;ver_id=&amp;lp=14&amp;QI=FBAB319652D57E0D6F3D4A6BABD5B004-3<\/a><br \/>\n\/8\/ Maas, Walter: Beitr\u00e4ge zur Siedelungsgeographie des Posener Landes.\u00a0 <span class=\"NonLinked_description\">Teilausg.<\/span>, <span class=\"NonLinked_description\">Berlin, Univ., Diss., 1927<br \/>\n\/9\/ Breyer, Alfred: Deutsche Gaue in Mittelpolen<br \/>\n\/10\/ B\u00e4r, Max: Die Bamberger bei Posen, Posen 1882<br \/>\n<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz aller Bem\u00fchungen, die Herkunft von Andreas Fogiel (Vogel), Joannis Fogiel, Georg Halamski und einiger anderer Siedler aus der Umgebung von Opalenica zu kl\u00e4ren, ist dies bisher nicht gelungen. 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