{"id":347,"date":"2012-09-30T14:23:53","date_gmt":"2012-09-30T12:23:53","guid":{"rendered":"http:\/\/19matt57.cwsurf.de\/wordpress\/?page_id=347"},"modified":"2020-10-31T18:54:53","modified_gmt":"2020-10-31T17:54:53","slug":"guben-dreikreuzstrase","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/genblog.dl5sel.de\/?page_id=347","title":{"rendered":"Guben, Dreikreuzstra\u00dfe 2"},"content":{"rendered":"<p>Ende September 2012 hatte ich erstmals Gelegenheit, die ehemalige Dreikreuzstra\u00dfe in der heute polnischen Stadt Gubin zu besuchen. Es ist schon ein seltsames Gef\u00fchl, an einen Ort zu kommen, an dem die eigenen Vorfahren vor mehr als hundert Jahren gelebt haben. Dabei ist mir aber auch bewusst geworden, wie wenig ich eigentlich \u00fcber das Leben meiner Urgro\u00dfeltern Anton und Auguste Vogel wei\u00df.<\/p>\n<p>Ganz einfach war es nicht, die Dreikreuzstra\u00dfe zu finden. Die heutigen polnischen Stra\u00dfennamen haben keinen Bezug zu den alten deutschen Bezeichnungen. Durch den Vergleich eines Stadtplanes von 1920 mit dem heutigen Stadtplan von Gubin wu\u00dfte ich, dass die Dreikreuzstra\u00dfe heute ulica Ko\u0142\u0142\u0105taja hei\u00dft. Au\u00dferdem stehen an der Kreuzung mit der ehemaligen Pf\u00f6rtner Stra\u00dfe (heute: ulica \u015al\u0105ska) noch immer die drei S\u00fchnekreuze, wie sie auch unter <a title=\"Guben, Dreikreuzstra\u00dfe\" href=\"http:\/\/www.suehnekreuz.de\/polen\/lebus\/gubin.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.suehnekreuz.de\/polen\/lebus\/gubin.htm<\/a> beschrieben werden. Die S\u00fchnekreuze sind gewisserma\u00dfen der &#8222;Namensgeber&#8220;. Als ich die S\u00fchnekreuze gefunden hatte, war ich mir sicher, meine Suche an der richtigen Stelle fortsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wollte ich, in der Hoffnung, dass es noch steht, das Haus meiner Urgro\u00dfeltern (Dreikreuzstra\u00dfe 2) aufsuchen. Im Stadtplan von 1920 sind leider keine Hausnummern eingetragen. So konnte ich nur spekulieren, dass die Hausnummerierung einfach beibehalten wurde: Die geraden Hausnummern befinden sich auf der einen Stra\u00dfenseite, die ungeraden auf der anderen. Dieses System gilt heute noch Guben. Unter dieser Voraussetzung musste sich das Haus Nummer 2 direkt an der Einm\u00fcndung in die Sommerfelder Stra\u00dfe (heute: Ulica Legnicka) befunden haben. Im September 2012 entstand das nachfolgende \u00a0Foto:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/R0010056.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"R0010056\" src=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/R0010056-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"438\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine anschlie\u00dfende Suche in diversen Familienfotos f\u00f6rderte eine Aufnahme aus dem Sommer 1926 zutage. Damals hatte ein Hochwasser der Fl\u00fcsse Nei\u00dfe und Lubst auch die Dreikreuzstra\u00dfe \u00fcberflutet. Wer die Aufnahme anfertigte, ist nicht bekannt. Durch einen Vergleich mit dem obigen Foto wird aber deutlich, dass die H\u00e4user Dreikreuzstra\u00dfe 2 und 4 den Hintergrund bilden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/19matt57.cwsurf.de\/wordpress\/?attachment_id=513\" rel=\"attachment wp-att-513\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-513\" title=\"Dreikreuz1927\" src=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/Dreikreuz19271.jpg\" alt=\"\" width=\"1023\" height=\"708\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein Vergleich beider Aufnahmen zeigt, welche Umbauten das Haus Nr. 2 in den vergangenen Jahrzehnten erfuhr. Das betrifft vorrangig den Bereich \u00fcber der Haust\u00fcr sowie den Umbau des Obergeschosses.<\/p>\n<p>Im Oktober 2013 war ich erneut in der Dreikreuzstra\u00dfe und versuchte, f\u00fcr ein weiteres Foto den Standort der Aufnahme von 1926 zu finden. Daraus resultierte das folgende Bild:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_P1010828.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1229\" src=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_P1010828.jpg\" alt=\"K1024_P1010828\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_P1010828.jpg 1024w, https:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_P1010828-300x225.jpg 300w, https:\/\/genblog.dl5sel.de\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/K1024_P1010828-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>Heute wohnen im Haus ul. Ko\u0142\u0142\u0105taja 2 wahrscheinlich 3 Familien. Bei einem der n\u00e4chsten Besuche in Gubin werde ich versuchen, mit den heutigen Bewohnern in Kontakt zu kommen.<\/p>\n<p>Meine Urgro\u00dfmutter Auguste Vogel wohnte noch 1910 in der Dreikreuzstra\u00dfe 2. Au\u00dferdem wohnte dort Robert Schiller, Schlosser, mit seiner Familie. Robert Schiller hatte meine Gro\u00dftante <a title=\"Anna Schiller, geb. Vogel\" href=\"https:\/\/genealogie.dl5sel.de\/index.php?route=%2Ftree%2Freinhard%2Findividual%2FI139%2FAnna-Vogel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anna, geb. Vogel<\/a>, geheiratet. Bei einer genaueren Betrachtung des Hochwasserfotos kann man die Familie Schiller erkennen &#8230;<\/p>\n<p>Im Adressbuch Gubens, Ausgabe 1930, werden als Bewohner genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Petersilie, Emil; Eisenbahn-Betriebs-Assistent<\/li>\n<li>Reiche, Max; Arbeiter<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese pers\u00f6nliche &#8222;Begegnung mit der Vergangenheit&#8220; habe ich zum Anlass genommen, um aus diversen, im Internet verf\u00fcgbaren Gubener Adressb\u00fcchern die jeweiligen Bewohner der Dreikreuzstra\u00dfe herauszusuchen. Dazu gibt es jeweils einzelne Seiten f\u00fcr die Jahre <a title=\"Weblog: Dreikreuzstra\u00dfe, 1862\" href=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/?page_id=480\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1862<\/a>, <a title=\"Weblog: Dreikreuzstra\u00dfe, 1910\" href=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/?page_id=412\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1910<\/a> und <a title=\"Weblog: Dreikreuzstra\u00dfe, 1930\" href=\"http:\/\/genblog.dl5sel.de\/?page_id=477\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1930<\/a>. &#8211; Nat\u00fcrlich kann man im Internet auch noch mehr <a title=\"Der Lausitzer: &quot;Bilder aus dem alten Guben&quot;\" href=\"https:\/\/maerkischer-bote.de\/damals-wars-2\/bilder-aus-dem-alten-guben\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bilder aus dem alten Guben<\/a> ansehen &#8211; viel Spa\u00df beim St\u00f6bern &#8230;<\/p>\n<p>Noch eine Anmerkung: Im <a title=\"Kalendarium der Stadt Guben\" href=\"http:\/\/www.niederlausitzerverlag.de\/german\/kalendarium.php?month=8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Historischen Kalendarium der Stadt Guben<\/a> ist f\u00fcr den 14. August 1878 vermerkt: &#8222;Gro\u00dfe Brandkatastrophe in der Gubener Dreikreuzstra\u00dfe, die 21 Familien obdachlos machte.&#8220; Ob davon auch die Familie Vogel in der Dreikreuzstra\u00dfe 2 betroffen war?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende September 2012 hatte ich erstmals Gelegenheit, die ehemalige Dreikreuzstra\u00dfe in der heute polnischen Stadt Gubin zu besuchen. Es ist schon ein seltsames Gef\u00fchl, an einen Ort zu kommen, an dem die eigenen Vorfahren vor mehr als hundert Jahren gelebt haben. 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